Zielorientiert raus aus der Essstörung 

 
Aller Anfang ist schwer! Der Weg hierher war nicht einfach für Dich, das weiß ich! Man leidet durchschnittlich lange oder sehr lange an einer Essstörung, bevor man sich Hilfe sucht. Du kannst schon stolz auf Dich sein, dass Du auf dieser Seite gelandet bist. Hier unten erkläre ich Dir, wann die Rede von einer Essstörung ist, warum Dein Gewicht erstmal irrelevant ist, wie wir zusammen arbeiten können und warum mein Ansatz anders ist als die traditionellen Essstörungstherapien. 


Habe ich eine Essstörung?


Jeder von uns kann an einer Essstörung erkranken. Auch im Erwachsenenalter, auch als Mann, auch wenn alles in Deinem Leben scheint, gut zu funktionieren. Du bist nicht allein und Du musst Dich nicht dafür schämen! Essstörungen treten oft ein und bekommen, anders als es auf den ersten Blick scheint, wenig Beachtung von unserer Gesellschaft. Du empfindest vielleicht Scham, fühlst Dich unverstanden und allein gelassen. Ganz gleich, ob Du  an Esssucht, Magersucht, Bulimie oder an einer atypischen Essstörung leidest (zu diesen Begriffen siehe hier unten): In Dir steckt die Fähigkeit, die alten Muster zu brechen und Deine Sorgen um das Thema „Essen“ loszulassen. 

Ich selbst war zwischen meinem 17. und meinem 23. Lebensjahr von einer Essstörung betroffen. Ich litt an einer Form der Magersucht, die seit Jahren vollständig geheilt ist. Ich bin der Überzeugung, dass meine Genesung schneller verlaufen wäre, wenn ich damals die richtige fachliche Unterstützung und das nötige Mitgefühl bekommen hätte.
Durch meine Arbeit möchte ich Deinen Weg einfacher als meinen machen.

FAQ: Fragen und Antworte über Essstörungen

Was genau ist eine Essstörung?

Essstörungen sind Störungen, die durch eine Veränderung der Essgewohnheiten und/ oder eine übermäßige Sorge um Gewicht und Körperformen gekennzeichnet sind. Eine Ess-störung stört das Leben, schränkt die eigenen Beziehungs-, Arbeits- und Sozialfähigkeiten ein. Alles dreht sich um Nahrung und/ oder die Angst vor Gewichtszunahme. Oft verfolgen Dich Gedanken und Sorgen, auch wenn Du nicht beim Essen bist, zum Beispiel in der Schule oder bei der Arbeit; das Beenden einer Aufgabe kann sehr schwierig werden, denn im Kopf scheint nur Platz für Gedanken über das „Essen“, das „Nicht-Essen“ oder den eigenen Körper zu sein.

Welche Arten von Essstörungen gibt es?

Esssucht (Binge Eating), Bulimie und Magersucht sind die Essstörungen, die am häufigsten diagnostiziert werden. 

 

  • Esssucht: Essattacken ohne Erbrechen oder andere Kompensationsstrategien 
  • Bulimie: Essattacken mit Erbrechen, oder Missbrauch von Abführmitteln mit der Furcht, „dick zu werden“ 
  • Magersucht: selbstherbeigeführter Gewichtsverlust mit oder ohne Kompensationsstrategien, wie Erbrechen, Einnahme von Abführmitteln, extreme Sportbetätigung 


Es gibt aber auch andere Essstörungen (siehe unten: Was ist eine atypische Essstörung?)

Was sind die Ursachen für Essstörungen?

Die Gründe einer Essstörung sind vielfältig. Schönheits- und Gesundheitsideale werden in der Gesellschaft immer wieder als Hauptgründe genannt. Ein Fokus allein auf diese Elemente wird diesem vielfältigen Krankheitsbild nicht gerecht. Es gibt verschiedene Elemente, die die Entstehung einer Essstörung begünstigen. An der ersten Stelle sind traumatische innere Verletzungen, seelische Belastungen oder Selbstwertprobleme. Auch Familiendynamiken können dabei eine große Rolle spielen. 


Was ist eine atypische Essstörung?

Atypische Essstörungen entsprechen nicht den diagnostischen Kriterien einer Esssucht, einer Bulimie oder einer Magersucht. Essstörungen sind genauso vielfätig wie die Menschen, die daran leiden. Vielleicht ist Dir das Thema „Essen“ unangenehm, weil Du als Kind immer gezwungen worden bist, den Teller leer zu essen. Oder Du isst „zu viel“, wenn Du gestresst bist. Vielleicht isst Du nichts, wenn Du in Gesellschaft bist, um dann den Kühlschrankinhalt leer zu essen, wenn Du allein zu Hause bist. Du hast Dich dabei erwischt, Dich nach einem größeren Mahl übergeben zu wollen, um nicht „dick zu werden“. Oder Du tust es ab und zu.



Wie äußert sich eine Essstörung?

Essstörungen sieht man Menschen sehr oft nicht an. Auch Personen, die ein durchschnittliches Gewicht haben, können an einer Essstörung leiden. In einigen Fällen wird die Essstörung durch einen dünnen Körper oder eine Fettleibigkeit sichtbar. Wenn Du an einer Essstörung leidest aber weder Unter- noch Übergewicht hast, leidest oft darunter, dass Dir eine Art Legitimität für Deine Essstörung fehlt. Das ist aber falsch: Eine Essstörung kann sich durch ein nicht durchschnittliches Gewicht manifestieren, ist aber nicht auf eine Zahl auf der Waage zu reduzieren! 

Was sind die Folgen von Essstörungen? 

Die Verhaltensweisen und Gedanken, die an einer Essstörung verknüpft sind, können Dein Leben negativ beeinflussen, Dir viel Energie rauben und Deine Gesundheit gefährden. Dinge, die den meisten Menschen trivial scheinen, sind für Dich schwierig und ein Grund zur Angst, wie zum Beispiel mit Freunden in eine Pizzeria oder ein Restaurant zu gehen, an einem Geburtstag oder einer Hochzeit teilzunehmen. Das schränkt das Sozialleben ein und verursacht einen Leidensdruck, der manchmal schwer auszuhalten ist. 
Der Körper leidet zusammen mit der Psyche: Unterernährung, induziertes Erbrechen, die Annahme von sehr großen Mengen von Nahrung verursachen oft gesundheitliche Probleme auf der Körperebene. 

Wo beginnt eine Essstörung? 

Die Einnahme von Nahrung ist Bestandteil unseres Lebens. Besonders in unserer wohlhabenden Gesellschaft steht uns ständig Nahrung zur Verfügung. Schon als Babys und kleine Kinder haben wir einen bestimmten Nahrungsstil zum eigenen gemacht. Sozialfaktoren können ihn im Laufen unseres Lebens immer wieder beeinflussen. 

Die Grenzen zwischen einem gestörten und einem „normalen“ Essverhalten sind manchmal fließend. Die Tüte Chips, die nach einem anstrengenden Arbeitstag auf der Couch verschlingen wird, deutet schon auf ein gestörtes Essverhalten hin? Es ist schwierig, diese Frage pauschal zu beantworten. Daran kannst Du Dich aber festhalten. Was für Gefühle überkommen Dich? Wenn Du selbst unter Deinen Essgewohnheiten leidest, wenn Du Dich dafür schämst oder schlechtes Gewissen Dich plagt, oder wenn Menschen, die Dir nah stehen Dich schon darauf angesprochen haben, dass sie sich Sorgen um Dich machen, lohnt es sich, Deine Essgewohnheiten zu überdenken und Hilfe in Anspruch zu nehmen. 

Warum funktionieren manchmal die traditionellen Therapien nicht?

Der erste Schritt, um die Essstörung loszulassen ist der Wille zur Veränderung, den Du selbst bringen musst. Ohne ihn ist keine Heilung möglich. Andere Gründe, warum eine Therapie scheitert, sind folgende:

1) Traditioneller Therapieansatz für die Behandlung von Essstörungen ist die Verhaltenstherapie, die manchmal keine Dauerverbesserung verursacht, weil sie zu wenig die Dynamiken, die sich hinter der Essstörung verstecken, aufdeckt. So ist die Essstörung nach der Behandlung schnell wieder da. 

2) Viel zu oft werden in der Therapie auch Patienten, die kein lebensbedrohliches Gewicht vorweisen, gezwungen, (viel) Gewicht zuzunehmen. Das ist meiner Meinung nach falsch und bringt manchmal sogar eine Verschlechterung der Symptomatik mit sich. Nicht selten passiert es, dass aus einer Essstörung sich eine neue entwickelt (z. B. eine Bulimie aus einer Magersucht).

3) Die Fachkompetenz des Therapeuten ist sehr gut, aber es fehlt am richtigen Verständnis der Gefühlslage der Betroffenen. Essstörungen sind sehr komplex und viele Dynamiken sind sehr schwer zu nachvollziehen, wenn man selbst noch nie davon betroffen gewesen ist. 
usw...

 

Kann man eine Essstörung selbst heilen? 

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass nicht professionell behandelte Essstörungen chronische Krankheiten werden können, die lange Deine seelische und körperliche Gesundheit gefährden und Dein Leben stark negativ beeinflussen. Es lohnt sich deswegen, sich so früh wie möglich helfen zu lassen, um zu verhindern, dass die Essstörung eine endlose Schleife wird, die sich durch Dein Leben zieht. 

Das bedeutet aber nicht, dass Du keine guten Ergebnisse durch eine Therapie immer noch erzielen kannst, auch wenn Du seit langem an Deiner Essstörung leidest. Es passiert oft, dass eine neue Therapie zu einer erheblichen Verbesserung führt, obwohl bei früheren Therapien nicht der Fall gewesen ist.  

Was wir zusammen tun: 

Raus aus der Essstörung, rein in Dein volles Potential


Ich biete Dir eine professionelle therapeutische Einzelbegleitung an auf Deinem Weg zu einem Leben in dem Gedanken und Sorgen über Dein Gewicht oder Essverhalten Deinen Tag nicht mehr bestimmen. Aktuell rauben Dir diese Themen so viel Energie, dass keine für Deine Wünsche, Träume, Bedürfnisse und Deine wahre Größe übrig bleibt. Ich rede über Deine Größe als Mensch, nicht über die Größe, die Deine Essstörung für Dich bestimmt hat!

Wie können wir zusammen dieses Ziel erreichen? Nicht nur durch Gespräche oder mit der Suche nach den Gründen, die Deine Essstörung verursacht haben und am Leben halten.
Methoden der Gestalt- und der Kreativtherapie helfen uns, in Deinem Unterbewusstsein verankerte Konflikte, Verletzungen und Überzeugungen ans Licht zu bringen. Nachdem Dir diese bewusst geworden sind, öffnet sich für Dich die Möglichkeit, neue Perspektiven und Ressourcen zu identifizieren, auszuprobieren und zu verinnerlichen, die Dir ermöglichen, die Essstörung loszulassen. Hinzu kommen einige unterstützende verhaltenstherapeutische Übungen, die Deine Stabilisierung dienen. 

Das Gewicht ist immer nur ein Resultat und nicht der Grund einer Essstörung. So steht Dein Gewicht bei der Behandlung Deiner Essstörung bei mir nicht primär im Fokus. Das Gewicht stabilisiert sich, wenn die Essstörung besiegt ist, d. h., wenn die psychischen Komponenten und innerliche Konflikte, die die Essstörung nähren, gelöst werden. Nur im Fall, dass Dein Gewicht sich im direkten lebensbedrohlichen Bereich befindet (BMI < 14,5) bin ich in der Pflicht, Dir alternative Behandlungen am Herzen zu legen.  

Achtung! Mein therapeutischer Ansatz ist nicht mit demjenigen einer Ernährungsberatung zu vergleichen. Du bekommst von mir keine Diät oder Ernährungstipps!

 
Andere Unterstützungsformen, die ich Dir anbiete:

1) Gruppentherapie: Die Vorteile einer Gruppentherapie für Dich sind der Austausch mit anderen Personen, die das eigene Leiden sehr gut nachvollziehen können, und die Möglichkeit verschiedene wirksame Gruppenübungen einsetzen zu können. Außerdem fallen die Sitzungskosten für Dich geringer aus.
Eine Gruppentherapie eignet sich auch perfekt für die Nachsorge. Die Zeit nach Deinem Klinikaufthalt oder einer anderen Therapie ist entscheiden. Lasse Dir helfen, diese Zeit zielorientiert durchzustehen. 
Zurzeit habe ich zwei Therapiegruppen am laufen, die sich zwei mal im Monat in meiner Praxis treffen. 


2) Familiensitzungen: Im Bereich Essstörungen sind Familiensitzungen manchmal sehr hilfreich. Zusammen können wir entscheiden, ob sie für Dich geeignet sind. Das bedeutet nicht, innerhalb der Familie nach einem „Schuldigen“ suchen zu wollen, sondern zu verstehen, dass einige Familienmuster dazu beitragen, dass die Essstörung am Leben bleibt. Und was dagegen zu tun.